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Sage Barista Express

Sage Barista Express im Test 2021

Die Sage Barista Express ist ein Bestseller, und als günstiger Siebträger vor allem bei allen beliebt, die die Welt des Espressos gerade für sich entdecken. Doch wird die Barista Express auch ihrem Ruf gerecht? Wir haben sie uns einmal im Test genauer angesehen.

Mit knapp 600 Euro ist die Sage Barista Express eine günstige Option für alle Koffeinliebhaber:innen. Der Name erklärt sich aus der Tatsache, dass der Espresso ein wenig schneller extrahiert wird, als es bei der Barista Pro des Herstellers Sage der Fall ist. Wenn es also mal etwas zügiger gehen muss, weil du morgens einmal zu oft auf die Schlummer-Taste gedrückt hast, soll diese Siebträgermaschine mit nur wenigen Handgriffen vom Mahlen bis zur Extraktion deine Bedürfnisse erfüllen.

Du hast nur 2 Minuten Zeit? Unser Testergebnis in Kürze

Die Sage Barista Express liefert ein homogenes Mahlgut und vollmundigen, aromatischen Espresso innerhalb kurzer Zeit – wenn die Maschine denn nach deinem Geschmack erst einmal eingestellt ist. Das kann einige Zeit beanspruchen und viel, viel Geduld erfordern, was bei Konkurrenzprodukten allerdings auch der Fall sein kann. Wir haben 12 andere Espressomaschinen für dich hier getestet.

Der Siebträger ist klein, kann nur knapp 14 g Mahlgut fassen und ist dann bereits so voll, dass das Mehl trotz des mitgelieferten Razors nicht glatt gestrichen werden kann. Auch die Milchschaumdüse müsste überarbeitet werden. Wundere dich nicht, dass sie beim ersten Aufheizen ein schrilles, kreischendes Geräusch von sich gibt – das ist normal. Leider ist die ausgegebene Milch zu dünn, da die Düse nicht genug Power hat. Außerdem gelangt leicht Kondenswasser in die Milch, was bei einem guten Espresso natürlich vermieden werden sollte.

Nichtsdestotrotz ist die Sage Barista Express für Einsteiger geeignet, auch weil alles Zubehör mitgeliefert wird. Du musst dir also keine zusätzlichen Teile kaufen, um deinen Espresso zubereiten und genießen zu können. Darüber hinaus sieht die Maschine auch elegant, aber nicht protzig aus. Die Edelstahl-Verarbeitung schützt sie vor Rost. Mit Einschränkungen in Bezug auf die Milchschaumdüse können wir das Produkt von Sage empfehlen.

In welchen Versionen kann ich die Sage Barista Express kaufen?

Die Sage Barista Express gibt es sowohl in gebürstetem Edelstahlgrau als auch in Sesamschwarz. Erstere scheint die beliebtere Version bei Kunden zu sein, aber natürlich kommt es darauf an, welche in deine Küche passt. Wenn dein Budget es erlaubt, kannst du dir auch die Sage Barista Pro anschauen, die mit einem LCD Display mehr Funktionen bietet, wie das Speichern mehrerer Einstellungen.

Vorteile:

  • kostengünstig
  • notwendiges Zubehör wird mitgeliefert
  • nach Einrichtung leicht bedienbar
  • kompakt
  • 2 Jahre Produktgarantie
  • pflegeleicht

Nachteile:

  • lange Einrichtung notwendig
  • Siebträger fasst maximal 14 g
  • mitgelieferter Razor unbrauchbar
  • schwache Milchschaumdüse
  • rutscht leicht weg

Technische Details im Überblick:

  • Name: Sage Barista Express
  • Hersteller: Sage
  • Maße: 31 x 32.5 x 40 cm
  • Material: Gebürsteter Edelstahl

 

  • Fassungsvermögen: 2 l Wassertank, 250 g Bohnenbehälter
  • Leistung: 1850 Watt
  • Spannung: 220-240 Volts

Los geht's mit dem ausführlichen Test

Der Aufbau

Wenn du – wie ich – kein Händchen für Technik und/oder Handwerk hast, kannst du bei der Sage Barista Express aufatmen. Denn dir wird schon beim Auspacken auffallen, dass sie in Minutenschnelle zusammengebaut ist. Du musst sie nur auf deine Anrichte stellen, an den Strom anschließen, und den Bohnenbehälter aufsetzen, der 250 g fasst. Den entsprechenden Filter – 1 Cup oder 2 Cup – kannst du einfach auf den Siebträger setzen, je nachdem, welche Art von Espresso du zubereiten möchtest, ob einfach oder doppelt. Bevor du den Wasserfilter mit einem Griff einbaust, solltest du ihn fünf Minuten in Wasser einweichen. In den Tank passen zwei Liter Wasser. Wichtig ist, dass du die Maschine komplett durchspülen lässt, bevor du sie benutzt. Verbrauche mindestens eine komplette Wassertankfüllung, bis du deinen ersten Espresso zubereitest. Der Aufbau könnte also nicht einfacher sein und sichert der Sage Barista Express schon erste dicke Pluspunkte.

Sage Barista Express

So haben wir die Espressozubereitung getestet

Für die Espressozubereitung haben wir unseren Yirga Santos genutzt, einen vollmundigen Blend mit 25 % Robusta- und 75 % Arabica-Anteil. Die Mischung aus Äthiopien, Indien und Brasilien schmeckt nach braunem Zucker und Schokolade. Um es vorwegzunehmen: Wir haben knapp anderthalb Stunden und 15 Tassen gebraucht, bis wir die richtige Einstellung für einen perfekten Yirga Santos Espresso gefunden haben. Das ist auch im Vergleich mit anderen Espressomaschinen nicht außergewöhnlich. Umso größer ist die Freude, wenn die korrekte Einstellung gefunden ist und ein Espresso extrahiert wird, der den eigenen Geschmack trifft. Selbstverständlich hängt die richtige Einstellung von zahlreichen verschiedenen Faktoren ab, unter anderem auch von der Bohne beziehungsweise der Espressosorte selbst. Die Sage Barista Express verfügt im Gegensatz zur Sage Barista Pro nicht über ein LCD Display, über das sich Einstellungen speichern und steuern lassen. Wer also gerne verschiedene Espressosorten zubereitet, muss sich die notwendigen Griffe merken.

Von unserem Yirga Santos haben wir 13,5 g abgewogen und in den Bohnenbehälter gefüllt. Wir brühen im Verhältnis 2:1: Auf 13,5 g Bohnen erhalten wir einen Bezug von 27 g Espresso. Die Extraktionszeit sollte zwischen 20 bis 30 Sekunden betragen.
Wie fein die Bohnen gemahlen werden sollen, lässt sich über das kleine Rad links am Rand einstellen. Wir haben schnell herausgefunden, dass die Sage Barista Express sehr fein mahlen kann. Nach mehreren Versuchen mussten wir feststellen, dass die Mahlgrade 1-7 zu fein für unseren Yirga Santos und auch für unseren Da Bastilla waren, den wir als Alternative ausgewählt haben. Das Espressomehl war so fein, dass eine Extraktion selbst unter größtmöglichem Druck nicht möglich war. Selbst mit den Stufen 5-7 war der Espresso überextrahiert, tropfte nur langsam in die Tasse und schmeckte so bitter, dass er ungenießbar war.

Wir haben uns dazu entschieden, gleich zwei Espressos zuzubereiten und haben den entsprechenden Filter in den Siebträger gesetzt. Das Mahlgut war selbst in der feinsten Stufe so homogen, wie er es in den höheren war. Als Espressomühle überzeugt uns die Sage Barista Express daher auf ganzer Linie: Sie mahlt homogen, schnell, und benutzerfreundlich. Von den abgewogenen 13,5 g Bohnen ist nichts verloren gegangen. Die Bohnen werden automatisch gemahlen, wenn du den Siebträger an die entsprechende Vorrichtung drückst. Sobald du den Siebträger wegziehst, beendet die Mühle ihre Arbeit. Den Siebträger musst du dabei nicht halten – er kann in der Halterung abgelegt werden, sodass du beide Hände frei hast.

Was allerdings unmittelbar beim Mahlen auffällt ist, dass der Siebträger maximal 14 g fasst. Für einen “Double Shot” ist das zwar ausreichend, allerdings ist der Siebträger dann bereits so voll, dass das Mehl nicht glattgestrichen werden kann, ohne dass mehrere Gramm wieder herausfallen. So ist der von Sage mitgelieferte Razor leider nutzlos, wenn du einen doppelten Espresso oder zwei Tassen zubereiten möchtest. Praktisch ist er hingegen – genau wie der mitgelieferte elegante Tamper, der gut in der Hand liegt – für einen “Single Shot”. Die Sage Barista Express kannst du außerdem so programmieren, dass sie eine von dir festgelegte Sekundenanzahl extrahiert. Am Rande sei erwähnt, dass die Siebträgermaschine leicht von der Anrichte wegrutscht. Je nachdem, wo du sie hinstellst, empfehlen wir daher, eine Anti-Rutschmatte drunterzulegen. Denn wenn du den Siebträger sonst zur Extraktion einsetzt, solltest du die Barista Express festhalten. Dabei kann es schnell passieren, dass du aus Versehen einen Knopf drückst.

Über den Druckanzeiger kannst du kontrollieren, wie dein Espresso extrahiert wird: Der Zeiger sollte sich immer in der Mitte, im grauen Bereich befinden. Ist er das nicht, wird dein Espresso entweder über- oder unterextrahiert. Wenn das passiert, kann der Espresso schnell sauer oder bitter schmecken. Wir haben hier die häufigsten Fehlerquellen bei der Espressozubereitung zusammengefasst. Positiv an der Sage Barista Express anzumerken ist außerdem, dass du die Temperatur des Wassers einstellen kannst – denn auch die Wassertemperatur übt erheblichen Einfluss auf die Extraktion und damit den Geschmack aus.

Unser Espresso wurde innerhalb von einer halben Minute extrahiert.

Sage Barista Express

So haben wir das Milchschäumen getestet

Als Milch haben wir den Haferdrink von Oatly verwendet. Verschiedene vegane Milchsorten haben wir hier für dich getestet. Die Sage Barista Express ist ein halbautomatischer Einkreiser. Das bedeutet, dass das gleichzeitige Brühen von Espresso und Aufschäumen der Milch nicht möglich ist. Die Milchschaumdüse befindet sich rechts außen – und bedarf einer dringenden Überarbeitung. Wenn sie bei Inbetriebnahme unangenehm schrill und lange kreischt, soll dich das aber nicht verunsichern: Das ist normal und bei zukünftigem Betrieb nicht so.

Um den Dampf zu erzeugen, drehst du die Einstellscheibe einfach in die Steam-Position. Wenn die Maschine sich aufheizt, um den Dampf zu erzeugen, leuchtet ein Lämpchen. Sobald es aufgehört hat zu leuchten, stell den Regler wieder auf die Standby-Position, Innerhalb der nächsten acht Sekunden solltest du dann die Spitze der Milchschaumdüse unter die Milchoberfläche setzen, bevor du den Regler wieder auf Steam drehst. Das Besondere an der mitgelieferten Milchkanne aus Edelstahl: Ein dünner Streifen zeigt dir die Milchtemperatur an. Für einen Espresso empfehlen wir eine Temperatur zwischen 60 und 65 °C. Ist die geeignete Gradzahl erreicht, drehe den Regler wieder auf Standby. Nun kannst du die Milch auf deinen Espresso geben.

Was allerdings schnell auffällt ist, dass die Milch zu dünn ist, egal, wie lange du schäumen lässt. Die Düse hat nicht genug Power, sodass für das elegante Zeichnen kreativer Latte Art einige Übung notwendig ist. Schwerer noch wiegt das Problem, dass aufgrund der Konstruktion schnell Kondenswasser in die Milch gelangt – was natürlich vermieden werden sollte. Hier ist noch viel Raum zur Verbesserung. Trotzdem haben wir es geschafft, nach langer Einstellung und mehreren Blicken in das Handbuch einen vollmundigen Espresso zu kreieren.

Sage Barista Express

Reinigung

Da die Sage Barista Express aus Edelstahl gefertigt ist, wird kein Rost ansetzen. Die Reinigung der Siebträgermaschine ist so simpel wie möglich: Ist eine Reinigung nötig, blinkt das “Clean Me”-Licht. Nach einigen Handgriffen, die unter anderem das Ausleeren der Abtropfschale beinhalten, reinigt sich die Sage Barista Express innerhalb von knapp 5 Minuten alleine. Die Entkalkung ist jedoch ein separater Reinigungsprozess. Wir empfehlen, die Maschine alle 90 Tage zu entkalken.

Unser Fazit

Die Sage Barista Express ist nicht perfekt, aber wenn man den Dreh einmal raus hat, lässt sich für wenig Geld und mit wenigen Handgriffen ein aromatischer, samtiger Espresso zubereiten, der dich und deine Freund:innen begeistern wird. Das große Plus an dem Produkt ist der Lieferumfang: Hier ist alles dabei. Sobald du die Siebträgermaschine erhalten hast, Bohnen und Milch eingekauft sind, kannst du gleich durchstarten. Zwar sind mehrere Filter enthalten, allerdings ist selbst der größte für die Zubereitung von zwei Shots zu klein für das Glattstreichen mit dem Razor. Die Milchschaumdüse ist eine Enttäuschung und kann nicht mit denen anderer, vergleichbarer Espressomaschinen wie der QuickMill Orione 300 oder der Bezzera BZ09 mithalten, die wir als Alternative empfehlen. Für Espresso-Liebhaber, die gerade erst in die Welt dieses aufregenden Getränks eintauchen wollen, ist die Sage Barista Express aber ein geeigneter Einstieg.

Sage Barista Express
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